Was wollen die Hochschulgruppen des IJV?

Apr. 17, 2026

Warum sind wir aktiv?

Wir sind die Hochschulgruppen des Internationalen Jugendverbandes und wir sind in Unis und Hochschulen in ganz Deutschland aktiv. Denn die gesellschaftlichen Probleme machen vor unserem Campus nicht Halt – im Gegenteil:

  • Alles wird teurer – auch das Studieren. Die Semesterbeiträge steigen,das BAföG reicht nicht zum Lebenund die Wohnungsnot ist für Studie-rende ein ständiges Problem geworden. Über ein Drittel der Studierenden lebt schon heute in Armut und die Tendenz ist steigend.
  • Immer mehr brechen ihr Studium ab. Auch die Lernbedingungen verschlechtern sich, denn die Hochschulen sind unterfinanziert und eine wirklich gute Ausbildung findet man kaum noch. Fehlende Kurse, schlecht ausgestattete Bibliotheken und marode Gebäude sind unser Alltag.
  • Während für uns Studierende angeblich kein Geld da ist, wird immer mehr in Aufrüstung und Krieg investiert – das macht auch vor dem Campus nicht Halt. Immer mehr Studiengänge werden in den Dienst des Krieges gestellt. Wir sollen neuen Waffensystemen forschen anstatt für Frieden und eine bessere Zukunft.
  • Und auch der steigende Rassismus ist ein Problem, das an unseren Campus kommt: Spaltung unter den Studierenden, immer offener auftretende rechte Gruppierungen, Vorurteile und Angriffe auf die Meinungsfreiheit schleichen sich immer mehr in den Hochschulalltag ein.

Wir wollen das nicht einfach hinnehmen. Darum organisieren wir uns in den Hochschulgruppen des Internationalen Jugendverbandes. Hier stellen wir Veranstaltungen auf die Beine, in denen wir uns austauschen und weiterbilden, gehen auf die Straße, um unsere Forderungen laut werden zu lassen, machen uns in den studentischen Gremien unserer Hochschulen für unsere Forderungen stark und bringen Kultur und Gemeinschaftsgefühl an den Campus.

Wir kämpfen für eine Universität, die nach den Interessen von uns Studierenden und für den gesellschaftlichen Fortschritt ausgerichtet ist. Denn wir wollen studieren können, ohne uns jeden Tag Sorgen darum zu machen, wie wir uns das Leben von Monat zu Monat leisten sollen. Wir wollen uns anhand unserer Fähigkeiten entfalten und weiterentwickeln können, statt schnellstmöglich auf den Arbeitsmarkt vorbereitet zu werden und unser Studium mit Leistungsdruck und unkritischen Inhalten zu verbringen. Und wir wissen: All das können wir nur gemeinsam erreichen!

 

Was wollen wir konkret erreichen?

 

Ein Studium ohne Armut und Leistungsdruck!

Schon lange reichen staatliche Unterstützungen wie BAföG oder Wohngeld nicht aus, damit wir sorgenfrei studieren können. Die Wohnkosten erreichen mit über 500 Euro einen neuen Höchstrekord, während die Wohnpauschale beim BAföG über 100 Euro darunter liegt. Viele von uns bekommen nicht einmal eine Wohnung, wenn wir unser Studium beginnen wollen. Die bürokratischen Hürden zum BAföG sind hoch, die Bearbeitung der Anträge dauert ewig und Verzögerungen bei der Auszahlung bringen uns in einen ständigen Stress und lassen die Angst vor dem nächsten Semesterbeitrag wachsen. Damit nicht genug, sind es nur noch knapp 12 % von uns, die überhaupt BAföG erhalten – und davon gilt es, die Hälfte wieder zurückzuzahlen, sobald wir auf dem Arbeitsmarkt gelandet sind. Nach wie vor ist es also vom Geldbeutel unserer Eltern abhängig, ob und wie wir hierzulande studieren können. Viele von uns sind auf Nebenjobs angewiesen, die uns in unserem Studium einschränken. Der Druck, innerhalb der Regelstudienzeit zu studieren und Leistungen zu erbringen, belastet uns enorm. Die Mittel für die Bildung im Haushalt schrumpfen, in etlichen Bundesländern wird an den Hochschulen massiv gekürzt und die Studierendenwerke sind seit Jahren unterfinanziert. Dieser Trend muss umgedreht werden!

Wir kämpfen für mehr Geld in Bildung und Soziales! Für ein BAföG für alle, was für ein selbstbestimmtes Leben reicht! Mehr studentischer und bezahlbarer Wohnraum! Wir wollen ein Studium, das für jeden zugänglich ist!

 

Unabhängige Forschung und Lehre ohne Konzerninteressen und Militär!

Unter der Unterfinanzierung leidet auch die Qualität unserer Lehre! Stellen oder ganze Fachbereiche fallen weg und Beschäftigte an den Unis arbeiten für niedrige Löhne unter schlechten Arbeitsbedingungen. Durch die Unterfinanzierung werden privaten Konzernen und insbesondere der Rüstungsindustrie alle Türen in unsere Lehre und Forschung geöffnet, weil die Hochschulen und Universitäten von der Finanzierung durch Drittmittel abhängig sind.

Die Konsequenz: Es wird gelehrt und geforscht, was den Konzernen Profite bringt und anstatt für die Gesellschaft Nützliches zu entwickeln, arbeiten wir teilweise direkt an Technologien mit, die weltweit für Krieg eingesetzt werden. Der Mangel an Zivilklauseln und die Möglichkeiten, diese zu umgehen, machen es für die Rüstungsindustrie immer einfacher, direkten Einfluss zu nehmen.

Wir wollen mehr Geld in die Forschung und Lehre! Wir brauchen endlich den Tarifvertrag für studentische Beschäftigte! Konzerne und Militär müssen raus aus den Unis – wir brauchen Zivilklauseln an allen Universitäten, an die sich gehalten wird!

 

Meinungsfreiheit am Campus und Stopp jeglicher Diskriminierung!

Der Rassismus macht auch vor dem Campus nicht Halt. Doch als Studierendenschaft lassen wir uns nicht spalten! Rassistische Vorfälle an unserem Campus häufen sich und Menschen mit Migrationshintergrund oder Frauen werden aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Geschlechts weitere Hürden in den Weg gelegt. Doch unser Hochschulleben profitiert vom Austausch – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung teilen wir ein gemeinsames Interesse an einem solidarischen Miteinander am Campus und einem Studium, das für uns alle zugänglich ist!

Neben dem Rassismus macht sich auch wieder verstärkt Sexismus auf unserem Campus breit. Diese Angriffe auf unser Zusammenleben gehen uns alle an – wir kämpfen gemeinsam!

Um unsere Interessen zu vertreten und uns am Campus zu organisieren, aber auch für ein soziales Umfeld brauchen wir Räume und Mittel, uns Gehör zu verschaffen! Doch die Räume für studentische Organisierung sowie die Meinungsfreiheit werden immer weiter eingeschränkt. Unter dem Vorwand von “Neutralität” werden die Kämpfe der Studierenden gegen diese Ungerechtigkeiten immer mehr unterdrückt und ein solidarisches Miteinander gezielt untergraben.

Wir sagen Nein zu jeglicher Spaltung und Diskriminierung am Campus! Wir wollen den Ausbau der studentischen Interessensvertretungen, volle politische- und Meinungsfreiheit am Campus und mehr Räume für uns Studierende, um unsere gemeinsame Organisierung zu stärken!

 

Was machen wir dafür?

 

Wir wollen die Studierendenbewegung stärken und unseren Campus politisieren! Wir kommen zu regelmäßigen Treffen an unseren Unis zusammen, bilden uns gemeinsam weiter und tauschen uns aus. Wir planen Veranstaltungen und kulturelle Angebote an unseren Unis und in unserer Stadt, um unseren Interessen und Perspektiven Ausdruck zu verleihen und sie Teil unseres Studienalltages werden zu lassen. Wir schreiben selbst über unsere Lage als Studierende und verschaffen uns Gehör – ob in Flugblättern, auf sozialen Medien oder unserer Zeitschrift der Lautschrift. Gemeinsam setzen wir der Vereinzelung etwas entgegen und stärken uns gegenseitig den Rücken. Wir schließen uns mit vielen weiteren Initiativen und Organisationen in Bündnissen zusammen, denn gemeinsam können wir unsere Kräfte bündeln, um für unsere Forderungen einzustehen. Wir werden als Mitglieder unserer Hochschulgruppe selbst aktiv, dort wo wir sind: In den Fachschaften und Fachschaftsräten, als studentische Mitarbeiter bringen wir uns ein in Initiativen wie TVStud oder bringen unsere Perspektiven in kritischen Zusammenschlüssen unserer Fachbereiche ein.

Ob in unseren Hörsälen, auf dem Campus, im Studierendenparlament oder im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) – in unserem Studienalltag und in den studentischen Gremien der Universitäten stehen wir gemeinsam für die Interessen der Studierenden ein. Die studentischen Gremien sind Errungenschaften der Studierendenbewegung und damit zentrale Orte, an denen wir unsere Interessen konkret organisieren und vertreten können. Sie geben uns die Möglichkeit, unsere Stimmen hörbar zu machen, Forderungen zu stellen und konkrete Verbesserung für unser Studium durchzusetzen. Während diese Strukturen durch Kürzungen und Entpolitisierungsversuche immer weiter unter Druck stehen, liegt es an uns, sie zu stärken und zu Orten zu machen, an denen wir aktiv unsere Perspektive an die Hochschulen tragen müssen. Deswegen treten wir als Hochschulgruppen des Internationalen Jugendverbandes zu den Wahlen des Studierendenparlamentes an und sind Teil des Allgemeinen Studierendenausschusses.

 

Nur so können wir etwas erreichen!

 

Hochschulen und Universitäten sind Orte, an denen viele junge Menschen aktiv werden und von denen oft Bewegungen gegen Kürzungen, Rassismus und Krieg ausgehen. Denn Universitäten spielen in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle: Es sind diese Orte, an denen wir wissenschaftliche Erkenntnisse diskutieren und gesellschaftliche Entwicklungen hinterfragen. Deshalb sollten Universitäten und das, was dort gelehrt wird, Räume sein, in denen wir neue gesellschaftliche Perspektiven und Veränderungen entwickeln können, die in unserem Interesse stehen!

Doch tagtäglich sehen wir in unseren Studiengängen, wie nicht für gesellschaftlichen Fortschritt geforscht und gelehrt wird, sondern im Interesse der Profite. Denn unsere Bildung ist nicht neutral, sondern richtet sich stets nach den wirtschaftlichen Verhältnissen. Und genau dagegen hat sich die Studierendenbewegung sämtliche Errungenschaften erkämpft: Für mehr Mitbestimmung wurden in den 60er Jahren studentische Gremien wie die Studierendenparlamente geschaffen, als in den Jahrzehnten nach dem Kalten Krieg immer mehr für die Rüstungsindustrie geforscht worden ist, wurden Zivilklauseln für eine friedliche Wissenschaft verankert und auch die Studiengebühren wurden aufgrund von massiven Protesten der Studierendenbewegung abgeschafft.

Vieles von dem, was für uns heute als selbstverständlich gilt, wurde erkämpft, als sich die breite Studierendenschaft gemeinsam dafür eingesetzt und Druck von unten aufgebaut hat. Und genau daran schließen wir an, wenn wir heute in Zeiten von sich zuspitzenden Kriegen, massivem Sozialabbau und steigendem Rechtsruck konkrete Forderungen aufstellen, die unsere Lebensrealitäten verbessern können: Denn wir wissen, dass uns nichts geschenkt wird!

 

Über die Uni hinaus!

 

Den Kampf für bessere Studienbedingungen führen wir nicht alleine, sondern stärken und initiieren sowohl in unseren Städten als auch bundesweit Bewegungen gegen Rassismus, Kürzungen oder Krieg. Denn die Probleme und Missstände an unseren Universitäten und Hochschulen stehen nicht für sich alleine, sondern haben strukturelle Ursachen, deren Auswirkungen und Angriffe von oben wir an unseren Universitäten, Schulen und Betrieben unmittelbar spüren. Wir organisieren uns im Internationalen Jugendverband als Schüler, Studierende und junge Arbeiter: Überall dort, wo wir unseren Alltag verbringen und wo wir die Angriffe von oben unmittelbar zu spüren bekommen. Die Bewegungen an unseren Universitäten zeigen uns, dass viele Studierende gegen soziale Ungerechtigkeiten, Rassismus, Klimazerstörung und Krieg aktiv werden wollen – als Hochschulgruppen des Internationalen Jugendverbandes möchten wir diese Kämpfe verbinden und unseren alltäglichen Herausforderungen den Kampf ansagen!

Schließ dich uns an!